Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Die Ö1 Klassiknacht

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Zu den Quellen" von Julia Schnizlein, Pfarrerin der Lutherischen Stadtkirche Wien Zurück zu den Wurzeln - zurück zur Quelle: Mit diesem Anspruch veröffentlicht der fromme Augustinermönch Martin Luther am 31. Oktober 1517 95 Thesen. Er will ein Gelehrtengespräch über den Glauben anstoßen. Luther fordert eine Erneuerung, eine Re-Formation der bestehenden Kirche zurück zur Quelle, zum Wort Gottes - und übersetzt die Heilige Schrift aus ihren Originalsprachen ins Deutsche, so dass jeder und jede selbst die Bibel lesen kann. Als ehemalige Journalistin fragt die evangelische Theologin Julia Schnizlein, Pfarrerin der Lutherischen Stadtkirche in Wien, in ihren "Gedanken für den Tag" vor dem Reformationstag nach den Kraft-Quellen in Zeiten einer Pandemie, aber auch nach moderner Quellenkritik und spürt der Frage nach, warum Menschen vor allem in Krisen auf fragwürdige "alternative" Informations-Quellen bauen. Fazit: "Wir dürfen nicht alles glauben, was wir denken". Rückbesinnung ist auch biografisch wesentlich. Im Rahmen des Ö1-Schwerpunkts zum Thema Kindheit und Kindsein erzählt Julia Schnizleins zehnjährige Tochter Helene von ihren Familien-Quellen und zieht einen Vergleich zwischen dem Leben ihrer Urgroßmutter - einer Pfarrerstochter in Nazi-Deutschland und der DDR - und ihrem eigenen Leben als "Pfarrerstochter" im heutigen Österreich.

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Helmut Jasbar. "Der Zirkus als Metapher für das politische Leben ist keine Erfindung von mir" ... notiert der Minister für Einsamkeit. Er selbst bleibt ein wenig unbestimmt, was seine momentanen Aufgaben angeht, lässt aber durchblicken, dass ihn nicht nur die Pandemie beschäftigt, auch die Reaktion der Politik interessiert ihn. "Parteien machen einsam, weil die "Parteifreunde" wesentlich gefährlicher sind als die so genannten politischen Gegner - also die einsamen Menschen in anderen Parteien. Einsamkeit erzeugt Ideologie, die dann wiederum dazu beiträgt, dass die Einsamkeit größer wird, indem sie uns noch weiter von den anderen distanziert. Diese Separation begreift der Ideologe aber als Bestätigung seiner Ideologie und dieses Missverständnis vergrößert wiederum seine Einsamkeit. Sie sehen also", schließt der Minister, "Parteigänger sind für mein Amt ungeeignet". Seine Musikempfehlung: durch die leeren Flure des Ministeriums für Einsamkeit hallt das neue Album von Dorothea Seel mit Opernbearbeitungen aus dem 19. Jahrhundert, gespielt auf historischen Flöten.

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Eine bereichernde Beziehung. Die Biologin Marie-Helene Scheib spricht über Kinder und Haustiere. Teil 2: Freude an der Beobachtung Gestaltung: Renate Pliem Sie gehen durch dick und dünn miteinander, bringen Vertrauen, Empathie und Verantwortungsgefühl: Wenn Kinder mit Heimtieren aufwachsen, ist das eine große Bereicherung. "Heimtiere" nennt man Tiere, die in einem Haushalt gehalten werden können, wie Hunde, Katzen, Vögel oder Fische. "Wenn ein Kind ein Heimtier will, sollten sich die Erwachsenen klar sein, dass es dennoch vorrangig das Tier der Eltern ist", meint Marie-Scheib. Sie ist Direktorin der Tierpflegeschule an der Vetmeduni Vienna. Die Eltern sollten überlegen: Haben wir Platz, haben wir Zeit und haben wir das Geld für ein Haustier? Doch welches Tier passt zu welchem Kind? Will es einen Hund als "besten Gefährten", mit einer Katze kuscheln oder lieber Reptilien in einem Terrarium oder Fische in einem Aquarium beobachten? Danach sollte sich die Auswahl richten. Und eines sollte man auch bedenken: Die Tiere im Haushalt sind auf "ihre" Menschen angewiesen, es ist Verantwortung ein Leben lang.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Evakuiert, aufgepäppelt, indoktriniert

Die verschiedenen Facetten der Kinderlandverschickungen (2). Gestaltung: Ute Maurnböck Kinder sollten eine Auszeit bekommen: von Krieg, Hunger, Gräuel und Trostlosigkeit. Schon nach dem 1. Weltkrieg gab es Initiativen für Kinderlandverschickungen, vor allem Schweden zeigte sich als großzügiges Gastgeberland. Während des 2. Weltkriegs ermöglichte die sogenannte erweiterte Kinderlandverschickung über zwei Millionen Kindern bzw. auch ganzen Schulklassen des Deutschen Reichs Wochen oder gar Monate bei Gasteltern oder in Gasthäusern zu verbringen. Österreichische Kinder blieben von der Möglichkeit, vor Bomben, Hunger und Mangelerkrankungen bewahrt zu werden, bis 1943 ausgespart. Für die Organisation der "Unterbringungsaktion", ein Euphemismus für den Begriff "Evakuierung", zeichnete die Hitlerjugend verantwortlich. Kinder, die als "asozial" galten, konnten an den Lagern genauso wenig teilnehmen wie solche, die zum Beispiel an Epilepsie litten oder chronische Bettnässer waren. Beim Aufenthalt in den ländlichen Gemeinden standen strenger Gehorsam und Ordnung im Vordergrund. Geländespiele, marschieren und Fahnenappelle gehörten dazu. Viele Kinder kamen auch in Pflegefamilien unter oder wurden bei Verwandten untergebracht. Die meisten Unterlagen zu den Kinderlandverschickungen wurden zu Kriegsende vernichtet, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen schilderten ihren Aufenthalt sehr unterschiedlich: einerseits als glückliche Zeit, die sie unbeschwert mit Gleichaltrigen verbringen konnten, andererseits als eine Zeit des Schreckens, in der sie gehänselt wurden und an Heimweh litten. In den Straßennamen Wiens ist die Kinderhilfe bis heute abzulesen: Die Holland- und die Dänenstraße, der Schwedenplatz und der Schweizergarten erinnern daran. Nach dem 2. Weltkrieg - In den Jahren 1947 bis 1958 - brachte die Caritas 37.000 Kinder zum Aufpäppeln ins europäische Ausland. Da gab es etwa die Spanienkinder, die zu Gastfamilien ins diktatorisch geführte Spanien gebracht wurden oder andere, die in die Schweiz, nach Holland oder Schweden kamen.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Das ABC der Speisepflanzen

Q wie Quitte, R wie Rübe, S wie Spinat (2). Gestaltung: Renate Pliem, Sabrina Adlbrecht *R wie Rübe* Als preiswerte und gesunde Nahrungsmittel begleiten sie uns seit Jahrhunderten: Die Rüben: Rote Beete, Mangold, Futter- und Zuckerrüben sind Kulturformen der Gemeinen Rübe (Beta vulgaris), die über einen langen Zeitraum durch Selektion entstanden sind. Diese Pflanzen unterschiedlicher Größe, Form und Farbe gehören zur Familie der Fuchsschwanzgewächse. Nicht verwandt sind sie mit den Speiserüben (dazu zählen Weiße Rübe und Steckrübe), die den Kohlgewächsen zugeordnet werden. Seit dem Beginn historischer Aufzeichnungen galt die Gemeine Rübe in Europa, Nordafrika und im Mittleren Osten als geschätzte Nahrungspflanze. Allerdings wurden lange Zeit nur Blätter und Blattstiele verzehrt. Als erste sollen die Römer auch die Wurzeln als Nahrungsmittel verwendet haben; fleischige Rübensorten wurden erst ab dem 16. Jahrhundert gezüchtet. In späteren Jahren wurden auch Rote Rüben als Nahrungspflanzen gebräuchlich. Im frühen 19. Jahrhundert begann die Zuckerproduktion aus Rüben. Die ältesten europäischen Samenfunde der Speiserübe stammen aus steinzeitlichen Siedlungen des Alpenvorlandes. In Europa war die Speiserübe ein Grundnahrungsmittel, bis sie von der Kartoffel verdrängt wurde. Welch große Bedeutung die Rübe hatte, lässt sich u.a. am Wappen von Keutschach am See (Kärnten) ablesen, auf dem eine Weiße Rübe abgebildet ist. Speiserüben wie etwa die Gemeine Rübe sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen und können vielfältig verarbeitet werden. Lange Zeit aus der Kulinarik verdrängt, werden Rüben seit einigen Jahren wieder häufiger in der Gastronomie verwendet. Sogar die gehobene Küche hat dieses schmackhafte Gemüse für sich wiederentdeckt. Gestaltung: Sabrina Adlbrecht

09.45 Uhr
Radiokolleg - Therapeutische Klänge

Musik und Medizin (2). Gestaltung: Katharina Hirschmann Erste schriftliche Zeugnisse, dass sich Musik positiv auf die Gesundheit der Menschen auswirke, findet man im antiken Griechenland. So gab es die Idee des sogenannten "Ethos in der Musik". Bestimmten Tonarten, Rhythmen und Tongeschlechtern wurden Einflüsse auf die menschliche Seele zugeschrieben. In dieser antiken Vorstellung entstanden Krankheiten aufgrund einer Unausgewogenheit der vier Körpersäfte (Blut, Schleim, schwarze und gelbe Galle), deren Mischungsverhältnis harmonisiert werden musste. Wohlklingende Musik sollte dazu ihren Beitrag leisten. Auch setzten sich am Ende des achtzehnten Jahrhunderts viele Pioniere der Psychiatriebewegung für einen humanen Umgang mit psychisch Kranken ein, und plädierten in diesem Zusammenhang auch für die Anwendung von Musik. Konkrete Überlegungen dazu gab es von dem Wiener Arzt Peter Lichtenthal, der in seinen Schriften den Einsatz der Musik bei unterschiedlichen Krankheiten zusammenfasste. Mit dem Arzt und Psychiater Bruno Görgen fand die Musik Einzug in die Wiener Psychiatrie, vornehmlich bei den sogenannten "Gemütskrankheiten" (etwa Depression) und wurde vor allem zur Beschäftigung, Unterhaltung und Zerstreuung von Patienten eingesetzt. Sie sollte aber auch der "Erweichung des Gehirns" (heute würden wir sagen: der Demenz) entgegenwirken. Man erkannte rasch auch die negativen Auswirkungen von Musik auf den Menschen und stellte fest, dass die Musik auf den Patienten abgestimmt werden musste. Der Wirkung von Musik auf den Menschen ist man sich also schon lange bewusst. So wird sie etwa in Form von Musiktherapie und Musikmedizin erfolgreich angewandt. So entsteht einerseits eine Dreierbeziehung zwischen Patienten, Therapeut und Musik, andererseits eine Zweierbeziehung zwischen Patienten und Musik. Die Anwendungsbereiche von musikalischer Therapie sind vielfältig. Sie reichen von physischen bis zu psychischen Erkrankungen. Allen voran werden damit Depressionen und Demenz behandelt. Die Forschung auf diesem Gebiet hat in den letzten zwanzig Jahren einen enormen Aufschwung erlebt, die Wirkung von musikalischer Therapie dementsprechend gut untersucht.

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Stephanie Maderthaner "Für Ludwig" - Über Beethovens Liebe zum Horn - Ludwig van Beethoven: Sonate für Klavier und Horn in F-Dur op. 17 (Jörg Demus, Klavier, Gerd Seifert, Horn) Beethovens Schüler Ferdinand Ries erzählte später gern, dass Beethoven das Niederschreiben mancher Werke bis zum allerletzten Augenblick, ja, bis kurz vor der anstehenden Aufführung, verschob. Ob er in Gedanken an dem jeweiligen Werk schon arbeitete oder nicht, bleibt rätselhaft. Fest steht, er wurde immer rechtzeitig fertig. Genau einen Tag vor dem Wien-Debüt des böhmisch-stämmigen Hornvirtuosen Giovanni Punto (mit bürgerlichem Namen: Wenzel Stich) im Burgtheater war die Hornsonate in F-Dur op. 17 endlich da. Die Uraufführung am 18. April 1800 geriet zu einem gewaltigen Erfolg. Trotz der neuen Theaterverordnung (die lautes Applaudieren, Rufen und das Da-Capo-Spielen verbot) mussten "Beethoven und Herr Punto" (so die "Allgemeine musikalische Zeitung") das Werk "durch sehr lauten Beifall bewogen, als sie am Ende waren, wieder von vorn anfangen und es nochmals durchspielen."

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

Von Artmann bis Lobe, von Nöstlinger bis Turrini - Kinderliteratur aus Österreich". Gelesen von Pippa Galli, Eva Mayer, Rafael Schuchter und Lukas Watzl

11.25 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

11.30 Uhr
Des Cis

mit Rainer Elstner. Vielstimmiger Chopin, eleganter Bach: CD von Dina Ugorskaja neu aufgelegt Am 17. September 2019 ist die im heutigen St. Petersburg geborene Pianistin Dina Ugorskaja im Alter von 46 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung verstorben. Über Umwege hatte es sie nach Wien verschlagen, wo sie seit 2016 eine Klavierprofessur an der Universität für Musik und darstellende Kunst innehatte. Eine im Oktober 2019 erschienene Schubert-CD war ihr klingendes Vermächtnis - wir haben diese berührende Aufnahme bereits in "Des Cis" vorgestellt. Nun ist bei Avi Music eine bereits vergriffene CD von Ugorskaja aus dem Jahr 2008 neu aufgelegt worden. Eine lohnende Ergänzung eines vielgespielten Repertoires: Mit den Inventionen von Johann Sebastian Bach und den 24 Préludes von Frédéric Chopin hat Ugorskaja gezeigt, wie vielfältig und stimmig man Bach auf dem Konzertflügel interpretieren kann und wieviel polyphone Raffinesse in Chopins Préludes steckt.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Tonhalle Orchester Zürich, Dirigent: Paavo Järvi. Richard Strauss: Serenade Es-Dur op. 7 * Antonin Dvorák: Serenade für Bläser d-Moll op. 44 * Jean Sibelius: Rakastava (Der Liebende) op. 14 * Antonin Dvorák: Serenade für Streicher E-Dur op. 22 (aufgenommen am 20. Jänner bzw. 19. Juni in der Tonhalle Maag, Zürich). Präsentation: Peter Kislinger Ein Ö1-Konzert mit zwei Konzertmitschnitten aus der Tonhalle MAAG Zürich. Der erste entstand vor, der zweite nach der durch COVID-19 bedingten "Veranstaltungspause". Das Virus beeinträchtigt auch die Sanierung und den Umbau des Kongresshauses und der Tonhalle. Der Eröffnungstermin wurde von Frühling auf Herbst 2021 verschoben. Das Tonhalle-Orchester Zürich spielt seit September 2017 in der Tonhalle MAAG Zürich-Wes. Der "modulare Konzertsaal" bietet bis zu 1224 Sitzplätze. "MAAG" steht für Music Arts AG. Bläserserenaden - beeindruckend, schön, erquickend Die Bläserserenade des 17-jährigen Richard Strauss für 13 Bläser beeindruckte den Dirigenten Hans von Bülow so sehr, dass er sie in das Tourneeprogramm der von ihm geleiteten Meininger Hofkapelle aufnahm. Dieses Opus 7 war nicht die erste Komposition des Gymnasiasten, einige Lieder, das Streichquartett op. 2, die Klaviersonate op. 5 und sogar eine Sinfonie in d-Moll waren der Talentprobe vorangegangen. Das Konzert am 20. Jänner 2020 in der Tonhalle MAAG schloss mit einem Werk, von dem Johannes Brahms im Mai 1897 nicht genug bekommen konnte. Er schwärmte vom "schönen, erquickenden Eindruck" der Serenade für Bläser von Dvorák. Back on stage mit Sibelius Fünf Monate später, am 19. Juni, gab das Tonhalle Orchester Zürich, wieder unter der Leitung von Paavo Järvi, ein Konzert mit dem Titel "Back on stage". Das erste Konzert des Orchesters vor Publikum nach der COVID-19-bedingten Pause des Konzertlebens begann mit einem Kleinod, der "Rakastava"-Suite (Der Liebende) für Streichorchester von Jean Sibelius. Hochachtungsvoll Ergebenster Anton Dvorak "Wer 30 Jahre und darüber die Entwicklung zeitgenössischer Musik verfolgt hat, dem stellt sich ein eigenthümliches wehmütiges Gefühl [...] immer stärker ein [...], nämlich wie ausserordentlich selten ein [...] ganzes Talent ist. Man hat soviel mit Viertel- und Achtelbegabungen zu thun, dass man zuletzt das Vertrauen zu jeder neuen Bekanntschaft verliert." Dieser Stoßseufzer-Introduktion eines Verlegers folgte eine Arie auf einen vermeintlichen Naturburschen aus Böhmen namens Dvorák. Von ihm hatte der deutsche Verleger Fritz Simrock "Slawische Tänze" gehört. Also schickte Dvorák auf Nachfrage seine 5. Symphonie, zwei Quartette, zwei Trios, das Sextett, und von der "Serenade, die in Prag schon öfters mit grossem Beifall aufgeführt wurde", legte Dvorak einen "Clavierauszug" bei. Der Briefschluss: "Hochachtungsvoll Ergebenster Anton Dvorak (P.S.: Honorarforderungen liegen bei)."

15.30 Uhr
Moment

Wie aus einem klobigem Stück Holz eine Geige entsteht. Der Geigenbauer Adrian Elschek Adrian Elschek ist Geigenbauer in der Stadt Salzburg. In seiner Werkstatt repariert und restauriert er Geigen und andere Streichinstrumente, aber auch Streichbögen. Er tauscht einzelne Teile aus, repariert Schäden am Holz, er sorgt mit neuer Lackierung für frischen Glanz - und für eine gewisse Patina. Außer den Saiten stellt er so gut wie alles selbst her, auch den Lack in verschiedenen Farbnuancen mischt er in seiner Werkstatt. Adrian Elschek hat so manch wertvollem Stück; wie einer Stradivari wieder zu einem guten Ton verholfen. Regelmäßig bringt er auch Mozarts Geigen auf Vordermann, wenn sie vom Museum in seine Werkstatt kommen, um für ein Konzert in Schuss gebracht zu werden. Beim Bau einer neuen Geige braucht der Geigenbauer bis zu 300 Arbeitsstunden. Dabei überlässt er nichts dem Zufall: Er hat sogar die Fichte ausgesucht, aus deren regelmäßig gewachsenem Stamm er neue Instrumente baut. Das Holz lagert bis zu zwanzig Jahre in seiner Werkstatt ab. Dann sägt er Geigenboden und Decke zurecht, hobelt und schleift die Wölbung, baut Zargen und Schnecke. Auftragsarbeiten nimmt er keine an: Er baut die Geige so wie sie nach seinen Vorstellungen klingen soll. Gestaltung: Ernst Weber Wort der Woche: Lothar Bodingbauer Moment-Echo: Jonathan Scheucher

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Wie man einem Löwen auf der Straße begegnet Rudi liegt gemütlich in seinem Körbchen und döst vor sich hin. Plötzlich macht es einen Tusch! Der Tonmeister stolpert über den Radiohund und verliert dabei einen Stapel CDs, die alle auf Rudis Kopf landen. "Frechheit!", denkt er sich. Er schaut sich den Stapel genauer an. "Gar nicht einfach? Kinderliteratur aus Österreich" steht auf den Hüllen. Rudi schnappt sich eine CD und wobbelt direkt in die Ö1-Literaturredaktion zu Philip Scheiner. Der kann ihm sicher erklären, was es mit dieser CD auf sich hat. Philip Scheiner: "Die meisten Geschichten, die wir auf dieser CD zusammengebracht haben, die handeln von Problemen, die wir alle ein bisschen kennen. Der eine mehr, die andere weniger. Ich selbst habe dieser Probleme nicht erlebt. Ich weiß zum Bespiel nicht, wie es ist, wenn ein Löwe mir begegnet und ich weiß auch nicht, wie es ist, wenn ein Riese und ein Bär sich begegnen." Gestaltung: Kathrin Wimmer

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Praxis Spezial

"Kind Gottes!" 1. "Kindstaufe und Beschneidung" - Darf man Kinder heute noch religiös erziehen? Ist die religiös motivierte Beschneidung eines jüdischen Buben als Körperverletzung zu werten? Verstößt das Kopftuch eines muslimischen Mädchens gegen das Kindeswohl? Sollten Kinder grundsätzlich vor früher religiöser Prägung, wie sie etwa auch die christliche Kindstaufe darstellt, geschützt werden? Eltern haben keine unbegrenzte Verfügungsmacht über die körperliche Unversehrtheit ihrer Kinder. So dürfen sie ihrem Sprössling zum Beispiel eine lebensnotwendige Bluttransfusion nicht verweigern, nur weil sie dies als Zeugen Jehovas traditionell ablehnen. Ebenso ist eine elterliche Zustimmung zur Beschneidung eines Mädchens, die treffender als Genitalverstümmelung bezeichnet wird, rechtlich unwirksam, weil sie dem Wohl des Kindes offensichtlich zuwiderläuft. Andererseits gehört zum Elternrecht die Erziehung, also die Sorge für die seelische und geistige Entwicklung einschließlich der religiösen und weltanschaulichen Erziehung der eigenen Kinder. Ist die Idee, Kinder in religiösen Angelegenheiten als "tabula rasa" zu erhalten und möglichst nicht vor der eigenen Religionsmündigkeit zu prägen, damit sie später frei über die eigene Religionszugehörigkeit entscheiden können, vom entwicklungspsychologischen und religionssoziologischen Standpunkt überhaupt durchführbar? Wie weit gehen Kinderrechte, Elternrechte und Religionsfreiheit? "Praxis" fragt nach bei Jurist/innen, Religionssoziolog/innen und Entwicklungspsycholog/innen. - Gestaltung: Alexandra Mantler 2. Werte auf der Schulbank - Religions- und Ethikunterricht im Wandel Nach langen Diskussionen hat Bildungsminister Heinz Faßmann im Mai den Gesetzesentwurf für den Ethikunterricht ab der 9. Schulstufe zur Begutachtung ausgeschickt. Der Unterricht soll ab dem Schuljahr 2021/22 gelten. Am Ethikunterricht müssen Schüler/innen, die keinen Religionsunterricht besuchen oder ohne Religionsbekenntnis sind, teilnehmen, während der reguläre Religionsunterricht aufrecht bleibt. Schon seit den 1990er-Jahren werden Ethik-Schulversuche durchgeführt, mittlerweile an einem Drittel aller Schulstandorte der Sekundarstufe. Religion sei Privatsache und habe an der Schule nichts verloren, meinen Kritiker. Die Beschäftigung mit existenziellen Fragen, Transzendenz, einem friedlichen Zusammenleben und unterschiedlichen Weltanschauungen sei für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ebenso nötig wie Mathematik und Physik, meinen hingegen Befürworter der religiösen Bildung und Wertevermittlung an den Schulen. Doch wie ist es überhaupt dazu gekommen, dass das Schulfach Religion - ob katholisch, evangelisch, muslimisch oder buddhistisch etc. - gelehrt wird? Wie sieht zeitgemäßer Religionsunterricht heute aus? Wie "wertneutral" kann oder soll der Ethikunterricht sein? Welche Erfahrungen machen Kinder und Jugendliche heute mit der religiösen und ethischen Bildung in der Schule? 3. Moschee statt Kirche - Religiöse Kindheitserfahrungen von Migrantinnen und Migranten Kindheit heißt für jede und jeden etwas anderes - gute oder schlechte Erinnerungen kommen hoch, unterschiedlichste Erfahrungen. In religiöser Hinsicht waren viele Kindheiten in Österreich aber christlich geprägt, sei es in positiver oder in negativer Hinsicht. Nicht so bei einer großen Zahl von Migrantinnen und Migranten: Wie sind Menschen religiös aufgewachsen und geprägt worden, die als Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter beispielsweise aus der Türkei nach Österreich gekommen sind? Oder - in jüngerer Vergangenheit - als Geflüchtete aus Bosnien, Syrien, Afghanistan? Inwiefern unterscheiden sich diese Kindheitserfahrungen von jenen ihrer Kinder und Enkel, die bereits in Österreich geboren wurden? - Gestaltung: Kerstin Tretina

16.40 Uhr
Das Ö1 Gesundheitsmagazin

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Verena Göltl. Von der Kunst, sich selbst zu genügen Es gibt Situationen im Leben, da sind wir auf uns allein gestellt. Musikerinnen und Musiker haben in dieser Lage einen echten Verbündeten: ihr Instrument. Sie brauchen kein menschliches Vis-à-Vis, um einen Dialog zu beginnen. Solo, ganz ohne Kolleginnen und Kollegen, lassen uns die Sängerinnen Solveig Slettahjell und Cyrille Aimée, der Posaunist Nils Wogram, Gitarrist und Sänger Raul Midón, der junge Wiener Pianist Martin Listabarth und Kontrabassspezialist und launiger Sänger Georg Breinschmid an ihrem Innenleben teilhaben. Intim, pur und verletzlich klingen die Aufnahmen und machen gleichzeitig Mut, sich auf das Abenteuer "Me, myself and I" mit Haut und Haar einzulassen.

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Zum Ö1- Schwerpunkt Kindheit Zur Geschichte einer Hinwendung mit: Christoph Kühberger, Prof. für Geschichts- und Politikdidaktik, Universität Salzburg Gestaltung: Andreas Wolf "Liebt die Kindheit, fördert ihre Spiele, ihre Freuden, ihr liebenswürdiges Wesen! Wer von euch hat sich nicht manchmal nach dem Alter zurückgesehnt, in dem das Lachen immer um die Lippen spielt und der Friede immer in der Seele wohnt?" Jean-Jacques Rousseau hat in seinem 1762 veröffentlichten Opus magnum "Émile ou de l'éducation" (Dt. "Émile oder über die Erziehung") den Grundstein für die breite Wahrnehmung der Kindheit als Lebensalter mit eigenen Qualitäten und Bedürfnissen gelegt. Erziehung zu einem freien, autonomen Menschen im Erwachsenenalter war für den Philosophen oberste Prämisse. Zwar existierte im Mittelalter ein Bewusstsein für dieses Lebensalter und es wurden Kinder in der Renaissance von Erwachsenen unterschieden, doch brauchte es erst das Zeitalter der Aufklärung, um für Kinder einen individuellen Raum ihrer Entfaltung und die Wertschätzung ihrer Freiheit zu fordern. So wie die Debatten um Kinderschutz und Pädagogik, Gesundheit und Kinderrechte Anfang des 20. Jahrhunderts unter Leitgedanken von Reformpädagoginnen wie Ellen Key entflammten, wurde schließlich an dessen Ende das "Verschwinden der Kindheit" beklagt.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.30 Uhr
Klartext

mit Klaus Webhofer Während die Corona-Ampel das Heranrollen der zweiten Infektionswelle eindrücklich illustriert, sind Teile der Bevölkerung schon erschöpft von den Corona-Einschränkungen. Der Jugend wurde von Politikern auch schon Sorglosigkeit und mangelndes Verantwortungsbewusstsein vorgeworfen. Aber auch die Regierung selbst könnte mit ihrer ausbaufähigen Krisenkommunikation mitverantwortlich sein, dass das Vertrauen in der Bevölkerung schwindet. Unter Medizinern gibt es inzwischen durchaus Diskussionen, ob strenge Verhaltensvorschriften bis hin zu einem möglichen zweiten Lockdown überhaupt angemessen wären. Was sind also notwendige Zumutungen, was übertriebene Einschränkungen? Wie kann man die Menschen noch mitnehmen? Und wie für Akzeptanz der für alle unangenehmen Maßnahmen sorgen? Darüber diskutieren bei Klaus Webhofer: Heinz Burgmann, Infektiologe, Wiener AKH, MedUni Wien Ilkim Erdost, Verein Wiener Jugendzentren Sigrid Maurer, Klubobfrau Die Grünen Johannes Vetter, Strategie- und Krisenberater Radiokulturhaus, Studio 3

19.30 Uhr
Alte Musik - neu interpretiert

präsentiert von Gerhard Hafner. Clara Cecilie Thomsen, Sopran; Joachim Becerra Thomsen, Flöte; Hanna Loftsdóttir, Violoncello; Soren Christian Vestergaard, Cembalo. Werke von Johann Sebastian Bach, Herzogin Amalia von Brunswick,-Wolfenbüttel, König Friedrich II. von Preußen, Carl Philipp Emanuel Bach, Georg Philipp Telemann und Johann Joachim Quantz (aufgenommen am 19. Juni in der Dreifaltigkeitskirche Kopenhagen im Rahmen des "Copenhagen Baroque Festival 2020")

21.00 Uhr
Salzburger Nachtstudio

Körpersprache seit 1945 Gestaltung: Martin Haidinger Bewegen wir uns im 21. Jahrhundert anders, als die Menschen vor 75 Jahren? Männer trugen Hüte und gingen aufrechter, als heute und Hosen bei Frauen waren die Ausnahme. Oder trügt der Schein und wir bilden uns das alles nur ein, wenn wir alte Fotos und Filme betrachten? Ist der Unterschied vielleicht gar nicht so groß? Der Handkuss? War damals noch üblich. Heute sieht man ihn seltener als den "Stinkefinger". Der Frau in den Mantel helfen? Früher ein Zeichen von Galanz - heute für manche ein Zeichen der Frauenunterdrückung. Oder ist das eh alles egal, da wir in Zeiten der Covid-19-Maßnahmen Distanz wahren müssen und auf uns allein gestellt sind? Lässt sich charmante Galanterie mit Lächeln hinter Masken durchhalten? Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts haben Gesten, Sitten und Gebräuche mehrmals gewechselt. Was steckt dahinter und was lässt sich daraus über unsere Gesellschaft ablesen? Und was wird vom verordneten Abstandhalten der Corona-Zeit zurückbleiben? Stefan Verra, der gefragteste Experte für Körpersprache im deutschen Sprachraum und Martin Haidinger, Historiker und Ö1-Wissenschaftsjournalist entschlüsseln in einem rasanten Zwiegespräch vor einem interessierten Publikum im Radiokulturhaus die Körper-Codes von 1945 bis 2020 - vom Handkuss zum Stinkefinger. Ein Bodycheck der besonderen Art!

21.55 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Evakuiert, aufgepäppelt, indoktriniert. Die verschiedenen Facetten der Kinderlandverschickungen (2). Gestaltung: Ute Maurböck Das ABC der Speisepflanzen. Q wie Quitte, R wie Rübe, S wie Spinat (2). Gestaltung: Sabrina Adlbrecht, Renate Pliem Therapeutische Klänge. Musik und Medizin (2) Gestaltung: Katharina Hirschmann

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Magazin Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Nina Polaschegg

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation: Musikauswahl: dazw. 03:00 Uhr Nachrichten